Werte und Verhalten der Erstklässler*innen

Impulse für die Praxis:

Klassenebene:

  • Werte und Verhalten sollten gemeinsam betrachtet werden, da sie bereits im frühen Kindesalter eng zusammenhängen. Lehrpersonen können Werte durch ihr eigenes Handeln vorleben und im Unterricht thematisieren. 
  • Die Förderung von Hilfsbereitschaft, Empathie, Neugier und selbstständigem Denken unterstützt nicht nur positives Klassenverhalten, sondern auch die Entwicklung entsprechender Werteorientierungen. 
  • Da Verhaltensbewertungen durch Geschlechterstereotype beeinflusst sein können, sollten Lehrpersonen ihre Wahrnehmungen und Erwartungen regelmässig reflektieren. 
  • Der Wertekreis bietet eine hilfreiche Grundlage, um mit Kindern über Werte und deren Bedeutung im Klassenalltag ins Gespräch zu kommen.
     

Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Der Zusammenhang zwischen den persönlichen Werten junger Kinder und dem von Lehrpersonen bewerteten Verhalten im Klassenzimmer

Autor*innen:
Scholz-Kuhn, R., Makarova, E., Bardi, A., & Döring, A. K.

Ziel der Studie:
Die Studie untersuchte, ob persönliche Werte bereits bei jungen Kindern mit ihrem Verhalten im Klassenzimmer zusammenhängen und ob sich diese Zusammenhänge in den Einschätzungen der Lehrpersonen widerspiegeln. Zudem wurde analysiert, ob das Geschlecht der Kinder die Beurteilung ihres Verhaltens beeinflusst.

Ergebnisse der Studie:

  • Kinder, die Wohlwollen und Universalismus als besonders wichtig erachteten, zeigten aus Sicht der Lehrpersonen häufiger unterstützendes Verhalten wie Hilfsbereitschaft und Empathie. 
  • Kinder mit einer hohen Bedeutung von Konformität und Sicherheit verhielten sich eher diszipliniert und regelkonform. 
  • Kinder, denen Selbstbestimmung und Stimulation wichtig waren, zeigten verstärkt lernorientiertes Verhalten, beispielsweise Neugier und Interesse an geistiger Anregung. 
  • Kinder, die Leistung und Macht hoch bewerteten, verhielten sich besonders leistungsorientiert und strebten danach, schulisch erfolgreich zu sein oder andere zu übertreffen. 
  • Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits im Alter von sieben Jahren ein Zusammenhang zwischen den persönlichen Werten von Kindern und ihrem Verhalten im Klassenzimmer besteht. 
  • Zudem zeigte die Studie, dass die Einschätzungen der Lehrpersonen durch das Geschlecht der Kinder beeinflusst werden können. Geschlechterstereotype könnten dazu führen, dass identisches Verhalten bei Jungen und Mädchen unterschiedlich bewertet wird.
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